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Das Rock Symphony Orchestra »Orso« gab zwei umjubelte Geburtstagskonzerte in Offenburg
Orso, das Rock Symphony Orchestra, hat in der Oberrheinhalle sein 15-jähriges Bestehen gefeiert. Das größte Geschenk machte das »Geburtstagskind« Fans und Publikum: mit zwei Rock-Sinfoniekonzerten der Extraklasse - oder Extraklassik. Weltstar trifft Rock-Weltklassik-Orchester: Nur eine von vielen Fassetten eines an Höhepunkten reichen Geburtstagskonzerts am Samstag und Sonntag in der Oberrheinhalle. Ex-Saga-Frontmann Michael Sadler gratulierte auf seine ganz eigene charismatische Weise: Mit grandioser Stimme und Präsenz beschenkte er Orso und Publikum mit Ohrwürmern wie dem unvergessenen »Wind him up« und weckte damit Erinnerungen an die tolle Saga-Ära der 80er. Eindrucksvoll zeigte sich in Sadlers Duett beim eingängigen »Time To Go« mit Gunnar Schierreich, wie 'RocK- und Klassikstimme einander ergänzen und verschmelzen können - wie überhaupt das gesamte Konzert deutlich machte, dass Pop-Rock und Klassik nicht nur nebeneinander bestehen, sondern vielmehr erst aus der gemeinsamen Existenz Faszination in ungewohnter Schaffenskraft ausstrahlen. Die fantasiereichen, gefühlvoll ausgearbeiteten Spannungsbögen der Arrangements von Orso-Kopf Wolfgang Roese und die packende Instrumentalleistung von Orchester und Rockband gepaart mit der hochkarätigen Stimmgewalt des Chors ließen von der ersten Minute an ein beeindruckendes Rock-KlassikKlanggemälde entstehen. Orso nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise durch seine künstlerische Entwicklung. So waren Stücke aus der Anfangszeit zu hören, wie »Show Must Go On«, das Roese mit 17 Jahren arrangiert hat, und »Bohemian Rhapsody«. Schon hier, spätestens bei »Music« - für den Geburtstag neu arrangiert - und »Stairway To Heaven« stellte sich Gänsehaut ein.
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Neue Orso-Ära Im zweiten Abschnitt dann waren die Arrangements raffinierter und pfiffiger - versinnbildlicht in den »Beatles-Metamorphosen« mit ihren verblüffenden Überraschungsmomenten
und Verfremdungseffekten. Die neue Orso-Ära zeigte sich daran, dass erstmals Filmmusik Einzug ins Repertoire hielt, wie das Star-Wars-Thema großes Hörltino. Einfach umwerfend die klassischen Stimmen Mariel Bravo und Fausto Reinhart mit ihrem Duett aus dem Casanova-Musical - ebenso umjubelt wie Florian Zinks ekstatisches »Entertain You«. Den vorläufigen Höhepunkt der Orsoschen Schaffenskraft stellte jedoch der letzte Teil dar. Neben Sadlers Klasse-Auftritt sind vor allem die außergewöhnlichen Arrangements der QueenHymnen und von »Dreamer« zu nennen, mit ebenso faszinierenden wie bizarren Sprüngen zum Radetzky-Marsch und dem Fledermaus-Walzer.
Geniale Zugaben, unter anderem von Fausto Reinhart (den Namen wird man sich ·merken müssen), und stehende
Ovationen rundeten das vierstündige Konzert ab. Wie hatte Sadler süffisant gesagt? Er habe Saga verlassen, um in einer viel größeren Band wie dieser singen zu können. Wenn die Entwicklungvon Orso so weitergeht, ist zu erwarten, dass die Stars bald Schlange stehen.
(Klaus Körnich, Mittelbadische Presse, 7. April 2009)
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