Mittelbadische Presse vom Montag, 19.03.2007
Klassische Werke und heiße Rocksongs
2500 Zuschauer erlebten das ORSO und Sängerin Elli in Offenburg
Fast 200 Akteure auf der Bühne der Baden-Arena boten am Samstag über drei Stunden lang Rock, Pop und Klassik vom Feinsten. Elli präsentiert eigene Songs. Von Volker Gegg
Offenburg. Ein prächtig aufgestelltes Symphonieorchester, eine leidenschaftliche Rockband, ein Chor, der es voll drauf hat und ausgesuchte Solisten – das ist ORSO, das Rock Symphony Orchestra Südbadens. Am Samstag begeisterte das 200 Musiker starke Ensemble wieder in Offenburg. Weit über 2500 Besucher in der mit fast 3000 Plätzen bestückten Baden-Arena bildeten ein beeindruckendes Gesamtbild.
Die Verschmelzung von Rock und Klassik ist seit über zehn Jahren das Erfolgsrezept von ORSO-Gründer, dirigent und Arrangeur Wolfgang Roese. Ein Rezept, das am Samstag wieder voll aufging. Grandiose klassische Werke wechselten sich ab mit heißen, symphonisch arrangierten Rocksongs, eine Zusammenstellung, die keine Altersgrenzen kennt. Nirgendwo sonst kann man so viele Leute unter 30 für ein Symphoniekonzert begeistern, nirgendwo sonst auch das ältere Publikum von fetzigen Rock- und Poparrangements überzeugen.
200 Musiker und Sänger auf einer riesigen Bühne zu sehen mit prächtiger Lichtshow – das hat schon etwas.
Der Start mit Orffs „O Fortuna“ ließ Gänsehaut aufkommen. Kräftige Paukenschläge wechseln sich ab mit gigantischem Chorgesang und beeindruckenden Streicherparts. Schade, dass der Chor immer wieder vom Orchester fast übertönt wurde. Trat er allerdings mit Solisten auf, war der ganze Glanz der Stimmen auch in den letzten Zuschauerreihen zu hören. Auch im zweiten Konzertteil wurde es damit nicht besser, weswegen sich einige Besucher zwischenzeitlich umgesetzt hatten. An der Akustik der Baden-Arena lag es jedenfalls nicht, die hat ihre Feuertaufe schon bestanden.
Grandioses Tongemälde
Grandios das Tongemälde „Smooth Criminal“, zusammengestellt mit Hits von Michael Jackson. „Hier wird musikalisch ein Drama wiedergegeben von der anfänglichen Liebe über die erste Ehekrise bis hin zum Mord“, erklärte die glänzend agierende und rhetorisch überzeugende Moderatorin Julia Packetat. Ein musikalischer Höhepunkt war auch der Auftritt der australischen Sängerin Melinda Parsons mit „Art is Calling for me“. Ihre exzellente Stimme, die in jedem Opernhaus daheim sein könnte, gepaart mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik, überzeugte wirklich jeden Zuhörer.
Dies kann man beileibe nicht von Elli, der Siegerin von Deutschland sucht den Superstar 2004, schreiben. Elli präsentiert sich mit einem Potpourri eigener Songs. Die quirlige Sängerin steigerte sich zwar von Titel zu Titel, kam aber leider nicht so richtig auf Touren – was sich hörbar am leicht müde wirkenden Applaus des Publikums widerspiegelte. Erst beim Duett „El Tango de Roxanne“ von Sting gemeinsam mit dem Sänger Florian Zink taute die Sängerin auf. 24 Jahr alt, hat der ORSO-Musiker Zink noch eine Riesenkarriere vor sich. Mit dem Evergreen „Eloise“ von Paul Ryan riss er mit seiner grandiosen Stimme das Publikum mit.
Instrumentale Perfektion und damit ein Hörerlebnis von allerhöchster Güte wurde bei einem weiteren Evergreen geboten: Deep Purples „Smoke on the Water“. Ebenfalls bitte gleich auf CD pressen die „Queen Symphonie“ mit den Hits der legendären Kultband. Gerade hier offenbarte sich dem Zuhörer, was alles mit einem großen Symphonieorchester möglich ist. Langer Applaus beendet das über dreistündige Hörerlebnis.